Überlebensstrategien

  1. Irgendwann wird es wieder besser. Manchmal schneller, manchmal langsamer. Und wir müssen das Schöne dann ganz schnell geniessen. Als ob’s kein Morgen gäbe. Denn vielleicht gibt es kein gutes. „Ist die Luft gut?“, ist inzwischen hier eine Standardfrage der Kinder. Bei „Ja“ flitzen sie schnell um den Block oder sitzen auf ihren Bäumen.

Bei „Nein“ waren sie anfangs ganz depressiv, viele Tränen flossen. Inzwischen nehmen sie es gelassen, spielen drinnen, puzzlen, malen, backen dann und warten einfach ab. Denn nichts dauert ewig. (Auch wenn 1 Woche rauchige Luft sich wie eine Ewigkeit anfühlt.)

2. Mach’s wie Beppo der Strassenfeger. Plan nicht zu weit voraus. Was machen wir morgen? „Wenn die Luft gut ist, dann…“ Und am Wochenende? Hmmm… vielleicht… Und Weihnachten? Weihnachten? Oh je, das ist noch soooo lange weg. Wer weiss wie die Welt dann aussieht. Zu meinem Geburtstag fragte mich eine Freundin nach meinen Plänen für das neue Lebensjahr. Ich hatte ehrlich keine Antwort. Und das ist gar nicht schlimm. Wir leben einfach von Montag (1. Blick auf den Predigttext) bis Sonntag (Predigt). Und dann wieder von vorne.

3. Ein bisschen Abstumpfung muss sein. Man gewöhnt sich an fast alles.

Masken? Gehören inzwischen zu unserem Alltag wie die Brille auf der Nase. Die Kinder tragen sie den ganzen Tag im Camp und teilweise vergessen sie sie dann selbst im Auto abzunehmen. Turnen mit Maske? Kein Problem! Spielen, rennen, toben mit Maske? Auch keins. Wirklich.

Einkaufen mit Sicherheitsabstand? Ist ehrlich gesagt viel angenehmer. Endlich muss ich mich nicht mehr vor den Regalen quetschen lassen.

Schule über Zoom? Täglich 45 Minuten machen die Kinder inzwischen richtig gern. (Den Rest ersparen wir ihnen, bis auf den Einzelunterricht, weil sie Englisch als Fremdsprache lernen.) Beide loggen selbständig ein, schreiben und rechnen mit. Toni bespricht mathematische Probleme gekonnt in Breakout Rooms mit Klassenkameraden und achtet darauf, dass alle zu Wort kommen in der Kleingruppe.

Nur 3 Tage die Woche Kinderbetreuung im Camp? Reicht eigentlich völlig aus. Die restlichen 2 Tage sind gut gefüllt mit spielen (Mama, wir haben NIE richtig Zeit zum spielen), lesen, Freunde treffen (draussen, mit Maske natürlich), Kunstunterricht bei einer Nachbarin und Lehrerin im Garten, Turnen im Verein (in Minigruppen, mit Maske) und Hausaufgaben nachholen. Und schwups, ist der Tag rum. Und ich hab sogar ein bisschen was gearbeitet nebenbei 🙂

Eine weitere Katastrophe? (Feuer. Stromausfall. Rauch, deswegen fällt das Camp aus, also keine Kinderbetreuung an den suuuper vollen Arbeitstagen, weil ich natürlich die 3 Tage richtig voll knalle. Bubblefreunde ziehen für 2+ Monate ans andere Ende des Landes, also keine Fahrgemeinschaft mehr, also muss ich täglich 2x 40 Minuten fahren, um die Kinder zu bringen und zu holen und Montags auch die Betreuung übernehmen.) Die Schockzustände werden immer kürzer. Als Corona begann, war ich ca. 2-3 Wochen im emotionalen Ausnahmezustand. Als klar war, dass die Schulen langfristig geschlossen bleiben, nochmal 2 Wochen. Als die Feuer begannen und der Rauch Mitte August zu uns zog, war ich 1 Woche lang fix und fertig. Als das Camp regelmässig ausfiel, war ich 1 Nacht k.o. Als unsere Freunde uns ihre Reise eröffneten, holte ich einmal tief Luft. Es ist wie es ist. Ein geflügelter Satz hier dank Trump. Und tatsächlich ein wahrer. Wir werden immer erprobter im Umgang mit Katastrophen. Weil wir im absoluten Überlebenszustand agieren.

4. Zu viel Abstumpfung ist gefährlich. So sehr uns die Gewöhnung hilft, nicht den Verstand zu verlieren und in reiner Panik zu leben, so problematisch ist diese Geisteshaltung. Vor allem kurz vor den Wahlen. Was ist, wenn Trump einen Putschversuch unternimmt? Sind wir dann noch geschockt genug, auf die Strasse zu gehen und zu protestieren? Oder atmen wir einfach all einmal tief durch und ergeben uns in unser Schicksal?

5. Allein sein ist auch ok. Nach 7 Monaten Pandemie und Shelter-in-place habe selbst ich extrem soziales Wesen nicht mehr ständig das dringende Bedürfnis nach menschlichen Kontakten mehr. Obwohl die meisten Läden wieder geöffnet haben, geh ich nie shoppen (ausser Lebensmittel einkaufen natürlich). Das soziale und öffentliche Leben ist quasi zum Erliegen gekommen hier. Und es fehlt kaum noch jemandem. Bzw. es fehlt inzwischen allen gleich. Den Introvertierten und Extrovertierten. Klar, ne Party wäre mal wieder schön. Oder ein gemeinsamer Gottesdienst. Oder ins Theater gehen. Aber es fehlt mir auch nicht mehr so brennend wie zu Beginn.

Das ist gruselig. Ich meine, wenn nicht mal mehr ich immerzu Menschen um mich brauche, was sagt das dann über weniger extrovertierte Leute aus? Und welche Auswirkungen wird das auf unser soziales, kulturelles und kirchliches Leben haben? Andererseits, eigentlich kann ich gar nicht so weit voraus denken. Also lass ich es bleiben und lebe weiter von Tag zu Tag. (Gerade sitze ich gegen 23.00 draussen im Garten, ein Waschbär hat mir eine Weile im Baum Gesellschaft geleistet, es ist erfrischend kühl nach einem Tag mit über 33 Grad Mitte Oktober… ja, so lässt es sich leben.)

Kinder im Waldschulglueck (Eltern auch)

Seit letzter Woche gehen die Kinder 3 Tage die Woche in ein Waldcamp. Jedenfalls, wenn die Luftqualitaet es zulaesst. Etwas ausserhalb von Berkeley, in den Huegeln gelegen, ist ein grosses Outdoorcamp. Es erfuellt alle anarchistischen Klischees von Berkeley. Die Kinder sind den ganzen Tag draussen in kleinen Gruppen von 5-7 Kindern. Natuerlich maskiert. Es ist vermutlich die einzige Einrichtung weit und breit, in der Kinder ihre eigenen Schnitzmesser mitbringen duerfen (und sollen). Es ist herrlich.

Heute kamen sie vollkommen begeistern nach Hause. Sie hatten den Tag mit Bogenschiessen, Messer werfen, Axt werfen und Wandern verbracht. Ausserdem hatten sie Tee gepflueckt und in kleinen Jutesaeckchen nach Hause gebracht. Er war koestlich und bestand aus Brombeerblaettern, irgendnem Nadelbaum und einer Pflanze mit dem Maerchennamen „Foreverlasting“. „Und, Mama, der hat ganz viel Vitamin C!“ Aha! Kinder mit Vitaminen zu begeistern ist schon ne Kunst fuer sich.

In dem Camp lernen sie weder lesen noch schreiben. Aber am Ende des Tages sind sie viel gewillter, noch ihre Hausaufgaben zu machen, als nach einem offiziellen homeschooling Tag. Ausgehungerter sind sie auch. Zum Glueck gibt es Nudeln!

Nun bleibt nur zu hoffen, dass das Camp in den kommenden 3 Monaten nicht zu oft schliessen muss. Die Waldbraende und Rauchwolken geben wenig Anlass zur Hoffnung. Da hilft nur, von Tag zu Tag leben. Morgens um 6 Uhr bekommen wir dann taeglich eine SMS mit der Zu- oder Absage fuer den Tag. Und wenn die Luft mal richtig gut ist, dann schnell tief durchatmen und alle Fenster und Tueren aufreissen.

Lebenszeichen aus dem Chaos

Drei Monate sind seit meinem letzten Text hier vergangen. (Wer in solchen Duerrezeiten von mir lesen moechte und wen Englisch nicht abschreckt, auf http://ctkfremont.squarespace.com/pr-tia-blog veroeffentliche ich woechentlich meine Andachtstexte und Predigten. Und Sonntags um 19.15 Uhr deutscher Zeit feiern wir per Zoom live Gottesdienst, kommt gern dazu, den link gibt’s auf www.ctkfremont.org. Brot und Wein nicht vergessen, wir feiern immer Abendmahl.)

In den 11-woechigen Sommerferien der Kinder waren wir mit Urlaubsleben und Ueberleben voll beschaeftigt. 3 Wochen fuhren wir mit dem Auto durch Nordkalifornien und Suedoregon, zelteten auf grosszuegig angelegten Zeltplaetzen, wanderten durch menschenleere Waelder, badeten in klaren Bergseen ohne Blicke anderer Menschen und kochten im Schwedentopf ueberm Feuer. Es war der perfekte Coronaurlaub. Ein fast maskenfreies Aufatmen (weil wir kaum Menschen trafen).

Ausserhalb des Urlaubs herrschte das uebliche Chaos, wenn 2 Erwachsene von zu Hause Vollzeit arbeiten und die Kinder ebenfalls zu Hause sind. Denn wir sind noch immer unter Ausgehbeschraenkungen. Es hat eigentlich nichts auf, ausser Laeden. Selbst die Spielplaetze sind noch abgesperrt, die Schulen weiter zu, meine Kirche auch. (Im Urlaub erkannten wir daran, ob wir uns in einer Trumpkommune befanden oder nicht. Offene Spielplaetze = Trump. Die Kinder haben es genossen.)

In den Ferien hatten wir uns mit einer anderen Familie zusammengetan in der Kinderbetreuung, so hatte ich „nur“ 3x die Woche 4 Kinder nachmittags und 2x KEINE(!!!!!!)

Arbeiten in Schichten ist immer noch unsre Ueberlebensstrategie. Meine Predigten und Andachten schreibe ich meist nach 22.00 (bis ich fertig bin…)

Seit 3 Wochen haben die Kinder wieder Schule – online. 9.00 loggen wir sie ein, Toni sitzt meist mit ihrer Freundin zusammen vor einem PC. Das erleichtert ihr das Lernen sehr. Theoretisch haben die Kinder dann taeglich 3-4 Zoommeetings a 45 Minuten mit Pausen bis 14.30. Praktisch haben wir sie zu dem 9.00 Metting verpflichtet, der Rest ist freiwillig. Bis 11.00 muessen sie Schulaufgaben machen und koennen zwischen lesen, schreiben und rechnen waehlen. Eine Hausaufgabe am Tag kommt dazu. Fertig.

Alles koennte fast schon normal und entspannt sein, haetten nicht uebelste Gewitter vor gut 3 Wochen grossflaechige Waldbraende ausgeloest. 45 Minuten entfernt von uns brannte es teilweise in allen Himmelsrichtungen. Wir sind zwar nicht direkt vom Feuer bedroht, aber der Rauch zieht immer wieder herueber, sodass wir tagelang kaum rausgehen konnten. Zu ungesund ist die Luft. Und unter Coronabedingungen will niemand seine Lungen zusaetzlich belasten. Kombiniert mit einer ungewoehnlichen Hitzewelle mit Temperaturen zwischen 35 und 42 Grad Celsius wird es dann in den Haeusern ohne Klimaanlage doch ungemuetlich. Dieses Wochenende ist besonders heiss und seit gestern sind schon wieder neue Feuer entfacht.

Hab ich noch was vergessen? Ach ja, die Stromausfaelle. Damit die Leitungen bei Hitze nicht ueberhitzen, wird hier gern vorsorglich mal der Strom abgestellt. Zum Glueck ist unsere Wohnung verhaeltnismaessig schattig gelegen und erhitzt sich nicht auf ueber 30 Grad… Da kann man ja fast noch denken. Nun muss ich dringend Eis essen und kaltes Bier trinken. Anders ist es gerade nicht auszuhalten hier, weder seelisch noch koerperlich noch moralisch 🙂

Eindruecke aus dem brennenden Land

Heute rief mich Mama an und fragte „Na, wie geht es euch?“ Ich musste erstmal ne halbe Minute lang ueberlegen. Auf welcher Ebene sollte ich antworten?

Eigentlich geht es uns gut, alles beim Alten. Alle sind zu Hause, die Kinder hassen ihre Zoom meetings, Lernen ist ein Krampf, Philipp und ich arbeiten zu abenteuerlichen Zeiten, aber hey, das Wetter ist gut, der Garten warm und wir koennen an den Strand und in den Wald.

Die Ausgehbeschraenkungen herrschen nun seit ueber 80 Tagen, keine Lockerungen in Sicht. Es ist immer noch offiziell illegal, sich mit Menschen ausserhalb des eigenen Haushaltes zu treffen. Spielplaetze sind weiter geschlossen, Kitas bieten nur Notbetreuungen. Maskenpflicht herrscht, klar.

Die Coronafaelle steigen weiter an trotz allem. Es ist zum Weinen. Nichts bessert sich. Die Hoffnung schwindet langsam. Aber an all das hatten wir uns fast schon gewoehnt.

Seit letzter Woche gibt’s taeglich neue Hiobsbotschaften. Das Land protestiert. Zu Recht. In den vergangenen 3 Monaten wurden mindestens 4 Schwarze von der Polizei getoetet bei Festnahmen. Statistisch stirbt 1 von 1000 schwarzen Maennern an Polizeigewalt in den USA. Seit 2017 BlackLivesMatter begann, hat sich systemisch wenig veraendert. Alle sprechen von Chancengleichheit und davon, keine Hautfarbe zu sehen. Aber dann werden eben doch die schwarzen Journalisten/ Demonstranten/ Fotografen festgenommen.

In allen mittelgroesseren Staedten wird taeglich demonstriert und leider auch randaliert. In den ersten Tagen wurde dem viel Verstaendnis entgegengebracht, weil alle die Wut verstehen. Inzwischen kippt die Stimmung. Interessanterweise sind es fast immer Weisse, die gewalttaetig werden. Nun steht das gesamte Land unter Ausgehsperre von 20 Uhr bis 5 Uhr. So etwas gab es das letzte Mal in den 1960ern. Wir erleben hier gerade die heftigsten Unruhen seit der Civil Rights Bewegung. Und einen Praesidenten, der Oel ins Feuer schuettet, die Opfer benutzt fuer seine Zwecke und gerade eben anegkuendigt hat, die Armee zu mobilisieren gegen gewaltvolle Demonstranten. Viele finden das gut.

Die Gewalt wird von wenigen Radikalen veruebt, z.T. von Rechtsradikalen, die die Situation ausnutzen, um das Land ins Chaos zu stuerzen (und den Demonstranten daran die Schuld zu geben). Es ist ekelhaft und beangstigend. Und so viele Menschen rufen nach einem starken Fuehrer. Trump hat das gehoert und sich heute als „Law and Order“ Praesident praesentiert. Das Schlimmste: Es koennte sein, dass diese Proteste zu seiner Wiederwahl fuehren.

War ich demonstrieren? Bisher nicht, aus purer Angst. In Oakland wo die groessten Proteste in unserer Naehe stattfinden, wurde ein Polizist erschossen. Laeden brennen, viele haben vorsichtshalber nun auch tagsueber geschlossen. Als Auslaender koennen wir ausserdem sehr schnell des Landes verwiesen werden im Falle einer Verhaftung. Und verhaftet wird hier wie verrueckt.

Hm, was noch?

Achso, den Schulen wurden 10% ihres Budgets gestrichen fuer naechstes Schuljahr und die oeffentlichen Schulen bleiben also fuer naechste Schuljahr weiterhin online – also zu. Es ist eine soziale und Bildungskatastrophe, die sich anbahnt. Und die Eltern reagieren gut amerikanisch: jeder sucht nach individuellen Loesungen fuer seine Kinder. Die Reicheren melden ihre Kinder auf Privatschulen an. Andere starten homeschooling mit Lehrern und kleinen Gruppen. Wieder andere wollen selbst unterrichten oder kleine Gruppen mit Freunden formen. Alles schoen und gut. Aber keine Loesung fuer alle.

Berkeley hat fantastische oeffentliche Schulen fuer alle. Gerade setzten sie sie aufs Spiel. Denn die Familien werden ihre Kinder nicht in 1-2 Jahren zurueckschicken von den Privatschulen. Und damit werden viele leistungsstarke Schueler langfristig dieses oeffentliche Schulsystem verlassen.

Ich habe heute mal eine Email an unsere Elternvertretung geschrieben, keine Reaktion. Bin gespannt, wann der Erste reagiert. Oder ob sie es einfach laufenlassen unter dem Deckmantel der Sicherheit vor dem Coronavirus.

Also, wie geht es uns? Keine Ahnung. Wir sind sicher, wie sind gesund, wir haben Sommerwetter, das Wasser ist badewarm. Ansonsten fuehle ich mich ehrlich gesagt emotional vollkommen ueberfordert. Ein Freund von mir meinte gestern zu mir: Verlass das Land solange es noch geht. Er wohnt an der kanadischen Grenze und hat angeboten, uns zur Not auch rueberzupaddeln, wenn es irgendwann sein muesste. Natuerlich war das alles scherzhaft gemeint, Vielleicht auch nicht.

Falls ihr betet, betet fuer dieses Land. Falls nicht, schickt gute Gedanken. DANKE!

Virtuelles Lernen – Ein Hoch auf die Schulen in Berkeley

Seit nunmehr 5 Wochen werden die Kinder regelmaessig, gezielt und durchdacht virtuell unterrichtet und mit Lernstoff versorgt. Und ich muss sagen, es ist fantastisch. Mal abgesehen davon, dass die Kinder wenig Lust aufs Lernen haben.

Theo hat 3x, Toni 4x pro Woche Zoommeetings mit der Lehrerin und der Klasse. In 45 Minuten schaffen die Lehrerinnen es tatsaechlich, den Kindern effektiv was beizubringen. Toni hat letzte Woche die Uhr gelernt, dazu den Laut „ph“. Sie hatte 30 Minuten Gaertnern mit Tipps fuers Beete anlegen, Insekten beobachten und Wuermer erforschen und 30 Minuten Musikunterricht samt lautem Singen, Rythmus klatschen… Theo hat alles ueber Regenwuermer gelernt, ein neues Buch gelesen und wichtige Worte wie „my“ und „hard“ schreiben gelernt.

Das klingt nicht nach viel? Nach 7 Wochen home-schooling ziehe ich den Hut vor diesen Lehrerinnen: Sie bringen den Kindern in 45 Minuten mehr bei als ich in 3 Tagen.

Richtig genial ist auch der Wochen-bzw. Tagesplan der Kinder. Dieser ist fuer den gesamten Schuldistrikt zentral gestaltet je Jahrgang. Alle Grundschullehrer arbeiten also zusammen. Heraus kommt ein Feinschmeckermenue, von dem wir uns a la carte aussuchen koennen. Taeglich gibt es eine wundervoll vorgelesene Geschichte samt Analysefragen, Sportvorschlaege wie Superhero-Yoga samt Video oder Taenze oder Fitnessplaene fuer die ganze Familie. Toni hat mich heute gezwungen, dass volle Programm durchzuarbeiten und mich lauthals angefeuert. „Mama, du kannst das, super gearbeitet. Richtig gut. Toll. Morgen wird es noch besser.“ Man merkt den amerikanischen Motivationsbombeneinfluss.

Jede Woche gibt es ein einstuendiges Kunstlernvideo mit so guter Anleitung, dass Toni mit 7 ein echtes Selbstportrait gemalt hat. Als naechstes ist das hier dran (https://drive.google.com/file/d/1ZgK3y3tBXiHOOT1uoznzNUWkMESMaiRq/view). Wer will, kann Floete lernen mit Lehrvideos. Oder Noten lesen lernen.

Die soziale Lernaufgabe der Woche lautete: In der Natur gibt es so viele tolle Farben. Denk diese Woche in deinem Tagebuch ueber Farben nach. Welche Farbe wuerdest du waehlen, um Traurigkeit zu illustrieren? Welche fuer Froehlichkeit? Fuer Frust? Fuer Aufregung? Loest eine Farbe noch andere Gefuehle bei dir aus? WOW! Ich musste fuer sowas erst ins Predigerseminar gehen. Toni und Theo lernen das mit 6 und 7!

Natuerlich darf auch Wissenschaft nicht zu kurz kommen in Berkeley. Diese Woche sollten sie ein Lichtschwert bauen (https://www.wikihow.com/Make-a-Light-Saber-Using-Everyday-Items), schliesslich ist Star Wars Woche (May the fourth be with you!) Es gibt ein ausfuerliches Matheproblem pro Woche und einige Webseiten, auf denen die Kinder Mathe und Lesen ueben koennen und die Lehrer ihre Ergebnisse dann sehen, bzw. das Lesen hoeren und kommentieren.

Jeden Freitag verschickt die Direktorin unserer Schule ein Video an die Kinder und eins an die Eltern mit ganz viel Liebe und konkreten Angeboten wie: Wenn es ihrem Kind schlecht geht, sagt mir Bescheid und ich ruf an oder komm vorbei mit viel Abstand oder schreib einen Brief. Es gibt woechentliche Lehrer-Eltern-Zoom meetings in den Klassen und ein woechentliches Counselingangebot fuer Eltern.

Und ja, alle Kinder haben Computer und Internet dank einer riesigen Investition in Leihgeraete und kostenloser Internetpakete fuer beduerftige Familien.

Unser einziges Problem ist, dass wir kaum hinterherkommen. Aber der Sommer wird ja noch lang genug bei 10 Wochen Ferien ohne Sommercamps und Urlaubsreisen…

Einkaufen zu Coronazeiten

Das Einkaufen hat sich drastisch veraendert in den letzten 7 Wochen, wie halt ueberall auf der Welt. Es begann mit Abstand halten ohne Masken vor 7 Wochen. Dann trugen wir Masken. Dann begannen alle Laeden damit, die Zahl der Kunden zu regulieren, es bilden sich also lange Schlagen vor den Laeden. Der 2m Abstand ist auf dem Boden gut sichtbar gesprayt. Dann wurden alle Einkaufswagen nach jedem Kunden desinfiziert und inzwischen verteilen viele Laeden sogar Einmalhandschuhe wahlweise in Groesse S, M oder L. In der Handtasche und im Auto hab ich dann noch selbsthergestelltes Desinfektionsmittel fuer Danach. Ich hoffe, das reicht, um gesund zu bleiben!!

Und ich denke mir: O Mann, wie naiv war ich eigentlich noch vor wenigen Wochen? Der Virus war schon damals derselbe, aber wir haben uns erst allmaehlich angefangen, zu schuetzen. Irgendwie verrueckt, wie lange die Anpassung gedauert hat. Und gleichzeitig erstaunlich, wie natuerlich es fuer die Kinder inzwischen ist, zur Seite zu springen beim Anblick anderer Menschen.

Mal kurz schnell was einkaufen, das war gestern. Heute geh ich alle 14 Tage in meine 2 Laeden, jeder Einkauf dauert 1,5-2 Stunden mit Wartezeit und ziemlich egal zu welcher Uhrzeit. An der Kasse fragte die Kassiererin mich: Kaufen Sie fuer ne laengere Zeit ein? Ich nickte. Und haette hinzufuegen sollen: Und fuer 3 erstaunlich hungrige Menschen (plus mich).

Isolation macht hungrig. Oder die Kinder wachsen gerade. Oder beides. Und ich stelle fest, dass ich interesssante Panikkaeufe taetige. Seit Wochen vergeht kein Einkauf, ohne dass ich Eis mitnehme. Da muss mein Unterbewusstsein ganz stark am Werk sein. Denn ich esse es gar nicht so oft, waehrend unser Gefrierfach vollgestopft ist mit Erdbeer-, Vanille, Karamell-, Cookie-, Limonen-, Irgendwasamerikanisches- und seit heute Pistazzieneis plus die obligatorischen Bio-Saft-Wassereise, ohne die kein Kind in Berkeley leben kann.

Mein anderes Seelenfutter ist Joghurt in allen Formen. Einfacher Joghurt, Griechischer Joghurt, Trinkjoghurt und auch mal ein Kefir, unser Kuehlschrank ist wirklich gut damit gefuellt. Und wieder: Ich esse das zwar gern, aber gar nicht mal so regelmaessig, wie meine Einkaeufe suggerieren. Aber es beruhigt mich, dass ich es essen kann. Wenn es mir schlecht geht. Psychisch zum Beispiel. Weil wir seit 8 Wochen kaum Menschen sehen und wenn, dann mit mindestens 2m Abstand. Weil ich dafuer meine 3 Lieblingsmenschen 24/7 sehe. Was macht eigentlich 24x7x7x11? Definitiv zu viele Stunden, bei aller Liebe. (Bis Ende Mai gehen unsere Ausgehbeschraenkungen hier… Das waren dann 11 Wochen…)

Ansonsten kauf ich definitiv mehr Bier und Wein fuers Herze. Und Mehl. Haben sogar dunkles Roggenmehl gefunden, leider nur in der 25kg Packung, aber nun gibt es leckeres, dunkles Brot bei uns. Wenngleich immer noch weit entfernt von Schwarzbrot. Da braeuchten wir wohl Malz zum Faerben.

Baeckermeister Philipp

Ich habe gerade „Unterschiede im Roggenmehl für Sauerteigbrot“ gegoogelt. Denn natürlich haben auch wir angefangen, unser eigenes Brot zu backen. Wie quasi jeder, den ich in meiner Nachbarschaft kenne.
Das erklärt, warum a) Menschen ihre frisch zubereiteten Brote stolz auf Facebook präsentieren. Warum b) jeder jetzt einen Sauerteigstarter mit einem Namen zu Hause zu haben scheint. Unserer heißt Voldemort. Gute Wahl, weil er immer stärker und hungriger wird. Er hat auch die Fähigkeit, aufzuerstehen, wenn ich vergesse, ihn zu füttern. Die Benennung des Sauerteigs ist anscheinend ein Zeichen für eine tiefe (unbewusste) Beziehung. Wenn man ihn dann auch noch jeden Tag zur gleichen Zeit wie einen Hund oder eine Katze füttert, werde diese innige Bindung gestärkt. Ich mache beides. Es erklärt auch, warum c) ich in letzter Zeit in keinem Lebensmittelgeschäft Mehl gesehen habe.

Also googelte ich noch einmal: „Warum backen jetzt so viele Leute?“ Stellte sich heraus, dass diese Frage in den letzten 4 Wochen auch hatten und im Grunde jede Zeitung dieses Thema behandelt hat. Hier sind meine Lieblingserklärungen.

„Wir sind jetzt alle so isoliert, aber die Arbeit mit Sauerteig ist eine inhärent kollaborative Praxis“, erklärt Emily Hoven in der Washington Post. Sie hat ihre Dissertation über Sauerteig geschrieben. „Sie haben die Hefe und alle Bakterien, die das Brot mit Ihnen gemeinsam machen.“ Hinweis: Diese Bakterien sind auch schuld, wenn das Brot nicht so ausfällt, wie man es will. Es gibt also immer einen Sündenbock, perfekt!

Kochen und Backen sind weit verbreitete Methoden, um mit Angstzuständen umzugehen. Schon seit Jahrtausenden. Einen Sauerteig achtsam zu verprügeln sei super befriedigend; Mein Mann erzählt es mir immer wieder mit klebrigen Händen voller Teig. Er ist der talentierte Bäcker in unserem Haushalt. Ich genieße einfach den Geruch und Geschmack der frisch zubereiteten Brote. Mein Mann versichert mir, dass das Backen sofort Stress abbaut. Und es ist billiger und gesünder als andere Bewältigungsmechanismen. Wie Online-Shopping oder Drinks vor 17 Uhr (jeden Tag). Außerdem bereut man das Ergebnis nicht! Als Philipp den Teig sorgsam faltet, sieht es so aus, als würde er meditieren. Ein beschäftigter, konzentrierter Körper lässt unseren Geist „entspannen, sich neu gruppieren und neu konzentrieren“. Total logisch. Und Philipp ist der lebendige Beweis.

InKrisenzeiten begehren die Menschen den kreatuerlichen Komfort. Es gibt nicht viel, was so einfach, so beruhigend und so lecker ist wie frisches Brot. (Obwohl Pfannkuchen und French Toast auch nicht zu verachten sind.) Was immer dazu führt, dass ich zuviel davon auf einmal esse. Natuerlich mit Butter und wahlweise Honig oder Marmelade. „Der heilige Gral des Getreides gibt unseren Affenhirnen eine leicht verdauliche Ablenkung.“ Ist das nicht poetisch?

Und für die wirklichen Wissenschaftler unter euch (wie Physiker, Chemiker und andere kluge Leute) ist hier eine Erklärung für den erhöhten Kohlenhydratehunger in letzter Zeit: „Das Essen von Kohlenhydraten wie Brot stimuliert Insulin, was die Aufnahme des essentiellen Aminossaeure Tryptophan durch das Gehirn erhöht.“, sagt Harvey Anderson, Professor für Ernährungswissenschaften an der Universität von Toronto. „Tryptophan im Gehirn erhöht die Produktion von Serotonin, einem Neurotransmitter, der in stressigen Zeiten Ruhe und Schlaf fördert. Also, genieße dein frisches Brot, iss bloss einfach nicht das ganze Brot auf einmal. “ (Ah! Gut, dass mir das endlich mal jemand sagt nach all dem Ueberfressungsleiden.)

Zu guter Letzt ist hier meine persönliche Erklärung für das goettliche Backen meines Mannes. Es ist eine direkte Gebetserhoerung. Weil ich jedes Mal, wenn ich meine Hände wasche, das Vaterunser bete. „Gib uns heute unser tägliches Brot“, los geht’s. Und Jesus wusste definitiv, was wir in Zeiten emotionaler und finanzieller Knappheit brauchen: Etwas zu tun, etwas zu essen und sofortige Befriedigung inmitten einer nebligen Zukunft. Also gebot er uns, das einfachste und doch effektivste Seelenfutter zu essen und zu trinken, um uns an ihn zu erinnern. Brot und Wein. Guten Appetit und Prost!

Kinderglueck

Sollten sich unsere Kinder spaeter an eine Kindheit voller Freiheiten und unendlichem Spiel erinnern, dann dank Covid-19. Klar, in Deutschland haben sie auch gespielt ohne Ende, aber natuerlich mit Kitastruktur. Und ausserdem, wer erinnert sich schon langfristig aktiv an seine ersten 5-6 Lebensjahre?

Aber nun herrschen Bullerbue-Sommerferien-Verhaeltnisse: Ausschlafen bis 9.00. Fruehstueck mit Pfannkuchen wann immer uns der Sinn danach steht. Den Vormittag ueberstehen sie ab 9.30 Uhr einigermassen widerwillig mit Schuleinheiten. Ab 11.30 Uhr schweben sie im Spielehimmel zwischen ihren 2 Baeumen, dem voellig zugemoelten (sie sagen bespielten) Wohnzimmer, der Einfahrt, der Garage, dem Garten und rennen um den Block.

Aufmerksame Nachbarn schicken uns ab und an Standortmeldungen mit dem Hinweis „Nur damit ihr Bescheid wisst“, ansonsten haben die beiden jetzt Walkie Talkies, das hilft bei der Kommunikation auf bis zu 3 km Entfernung (mehr als 600m bewegen sie sich allerdings nicht weg bisher).

Anfangs war meine grosse Sorge, dass sie nicht genuegend Spielsachen haetten fuer wochenlanges Zuhausesein. Freunde liehen uns 4 Kisten Playmobil daraufhin. Stellt sich heraus: Die beiden spielen vorzugsweise mit Pappkartons, Erde, Stoeckern, Seilen und Steinen. Ausserdem baut sich Theo aus ALLEM Gewehre und Pistolen. Eine Kugelbahn? Yeah, das perfekte Gewehr. Der Fuss seiner Pinata, die perfekte Pistole. Eine Luftpumpe, das perfekte, na, ihr wisst schon. So geht das den ganzen Tag.

Gut, manchmal spielt Toni auch mit mir ein Gesellschaftsspiel, dankenswerter Weise. Weil ich nun mal nicht so auf Seilklettern und schiessen stehe. Also duellieren wir uns nun bei Qwirkle und Schloss Schlotterstein und Guess Who. Endlich ist es soweit und jemand spielt wieder mit mir. Wie schoen. Wozu haelt man sich schliesslich Kinder.

Geburtstagsparade und Kindertraurigkeiten

Eine Freundin wurde gestern 6! Eigentlich war eine grosse Feier geplant mit Huepfburg und Unmengen an Kuchen. Stattdessen hatten Bekannte eine kleine Parade organisiert. Die Idee: Die Geburtstagsfamilie steht am Wegrand und Freunde laufen oder radeln winkend und singend vorbei. Coole Idee. Im Fernsehen oder Internet funktioniert das auch immer perfekt.

Wir hatten eher eine Stehparade. Weil einfach alle viel zu froh waren, einander zu sehen. Also hingen wir an der Haltestelle des Schulbusses ab (den die Kinder nie wieder nutzen werden, weil ihre Schule ab Herbst zu uns in die Naehe zieht) und sangen und redeten. Erst alle brav mit Masken von Grossmama. Dann irgendwann ohne, aber natuerlich mit eingehaltenem Abstand. Selbst die Kinder koennen den inzwischen mit perfektem Augenmass. Sobald sich jemand bewegte, sprangen alle nach weg. 6 feet wird die neue Masseinheit!

Das Wichtigste am Geburtstag war auch organisiert: Wir stellten Geschenke ab, haendigten den Geburtstagseltern eine Tupperdose und bekamen eine Stunde spaeter leckere, selbstgebackene Torte mit echtem Marzipanschmuck. Dass der Papa Oesterreicher ist, schmeckte man.

Auf dem Hin- und Rueckweg zur Stehrade, kamen wir an einer von Tonis besten Freundinnen vorbei. Vor 4 Wochen hatten wir uns schon mal zufaellig getroffen und die Maedchen hatten jauchzend mit 3 m Abstand Radschlagen geuebt. Dieses Mal winkten sie einander nur zu, ohne stehenzubleiben.

Also fragte ich Toni, ob sie nicht kurz stehen bleiben wolle? Kopfschuetteln. Ich als Seelsorgerin liess natuerlich nicht locker, bis Toni erklaerte: Es macht mich einfach zu traurig, meine Freunde nur aus der Entfernung zu sehen oder mit ihnen zu telefonieren, wo ich doch richtig mit ihnen spielen will! Ja, so ist es wohl. Hoffentlich koennen die Kinder den Schalter wieder umlegen, wenn zwischenmenschliche Naehe nicht mehr gleichbedeutend mit Gefahr ist.

Und es hat Zoom gemacht

Wie sagte letztens eine Kollegin so schoen: Luther hatte den Buchdruck, wir haben Zoom. Und es stimmt. Ohne Zoom saehe mein Leben gerade voellig anders aus. Alles laeuft ueber Zoom. Meine Treffen mit Kollegen, mein Seelsorgekurs, mein Bibelkreis, meine Lutherlesegruppe und natuerlich die Gottesdienste.

Innerhalb weniger Wochen haben wir uns an das virtuelle Treffen gewoehnt. Gemeindeglieder erzaehlen mir von Zoom Happy Hour und Kaffeetreffen per Zoom am Samstagvormittag.

Die Kinder hatten fast taeglich Zoom Meetings. Bis irgendwelche Gymasisten Unfug veranstalteten und auch noch ein nackter Mensch in ein Klassentreffen hineinzoomte. Daraufhin wurden sofort alle Treffen abgesagt und einigeTage spaeter auf Googel Meet weitergefuehrt. Das Problem: Google Meet ist nicht so gut geeignet fuer grosse Gruppen, weil man maximal 5 Leute gleichzeitig sehen kann. Und da fuer die Kinder das Interessanteste sowieso das Ansehen der Mitschueler ist, sind sie demensprechend genervt und warten auf die Rueckkehr zu Zoom. Ende April sollte das soweit sein. Wenn Zoom seine Sicherheit erhoeht hat.

Es hat Zoom gemacht in unserem Alltag. Doch die anfaengliche Begeisterung ist verflogen und die Kinder sind ausgezoomt. Sie wollen nicht mehr vor dem Bildschirm sitzen (ausser natuerlich zum Film schauen :)), sie sind genervt und behaupten, gelangweilt zu sein. Ich kann’s verstehen. Nach knapp 5 Stunden Zoom meetings am Stueck am Donnerstag, bin ich immer vollkommen knuelle. Irgendwo hab ich gelesen, dass das daran liegt, dass wir via Zoom zu viel wahrnehmen: Den Raum des Gespraechspartners, eventuell andere Menschen im Hintergrund und immer viele Menschen auf einmal. Dazu noch die Verlockung, schnell nebenbei die Mails oder Facebook zu checken… Es ist zwar sehr produktiv, die Treffen werden immer kuerzer, aber viel Zwischenmenschliches bleibt auf der Strecke.

Und trotzdem bin ich so dankbar fuer die Technik, die es mir ermeoglicht, in Kontakt zu bleiben mit meiner Gemeinde. Unsere Gottesdienste sind zwar noch weit entfernt davon, perfekt abzulaufen (irgendwas passiert immer, mal ist ein Sprecher noch stummgeschaltet, mal ist ein witziges Hintergrundgespraech nicht stummgeschaltet, mal springt die PowerPoint, mal fehlt der Sound beim YouTube Lied), aber sie sind interaktiv und gut besucht. Und schliesslich gilt auch hier: Es ist ja keine Show, sondern Gottesdienst.

Irgendwann wuerde ich trotzdem gern wieder alle in echt sehen. So Gott will und wir leben.