Schlimmer als in Rumaenien: Geplanter Stromausfall

Anfang der Woche benachrichtigte uns der kalifornische Strom- und Gasanbieter (PGE), er werde in 2 Tagen knapp 1 Millionen Menschen den Strom abstellen. Fuer bis zu 5 Tage. Man solle Vorkehrungen treffen, Essensvorraete anlegen, Wasserreserven lagern und sich auf eine etwaige Evakuierung vorbereiten. Nicht etwa, weil Rechnungen nicht bezahlt worden waren. Sondern, um die Waldbrandgefahr zu verringern. Gerade war bewiesen worden, dass marode Stromleitungen in den letzten 2 Jahren Feuer gefangen hatten und die riesigen Waldbraende ausgeloest hatten.

Anstatt die Leitungen zu warten, stellt PGE einfach den Strom ab. Und zwar, weil warme, trockene Winde uebers Land ziehen. Niemand wusste so genau, wer betroffen sei, wann es beginnen und wie lange es dauern wuerde. Nur meine juedischen Freunde lachten: „Stromausfall fuer alle am Jom Kippur. An dem Tag duerfen wir Juden eh keinen Strom nutzen.“

Die Uni musste ihren Betrieb fuer 2 Tage einstellen. Das Lab, in dem Philipp arbeitet, schloss fuer 5 Tage. Obwohl es faktisch am Ende nur wenige Stunden Stromausfall waren. Aber die sauteuren Geraete durften natuerlich keinerlei Risiko ausgesetzt werden.

Da es vor allem die „hill people“ aus den reicheren Gegenden betraf, hatten die Cafes bei uns in Downtown ploetzlich grossen Zulauf. Ueberall sah man die letzten Tage Menschen an oeffentlichen Orten mit ihren Laptops. Sie suchten Internetasyl zum arbeiten.

Ich fand’s eigentlich ganz schoen. Denn Philipps Lab war ja geschlossen und also arbeiteten wir beide von zu Hause. Und konnten gemeinsam und ungestoert Mittag essen. Herrlich. Liebe PGE, gerne wieder!

Leider hat’s nicht mal was gebracht. Einige Kilometer entfernt von Berkeley brannte trotzdem der Wald. Zum Glueck kam niemand ums Leben. Alle waren ja vorbereitet.

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