Sonnenschein verpflichtet?!

Der Regen gönnt uns endlich eine Pause und mittags wird es inzwischen herrlich war. Toni (in Unterwäsche) und ich (im Spaghettitop) sitzen dann im Garten und essen Mittag, quatschen und genießen. So weit, so gut.

Problematisch sind für mich Tage wie heute. Tage, wie sie wohl die nächsten 6 Monate sein werden. Schon morgens scheint die Sonne, ab 10.00 verführerisch, ab 11.00 kann ich mich kaum noch drinnen halten. Ab 12.00 krampft sich mein Magen zusammen vor Unruhe. Ich kann doch bei solch schönem Wetter nicht drinnen hocken. Stubenhocker sein. Pfui!!

Sonnenbad im Garten auf den frisch geschrubbten Gartenstühlen.

Andererseits: Draußen kann ich nicht richtig arbeiten. Im Sonnenlicht sehe ich kaum meinen Bildschirm. Schreiben geht kaum, Lesen gar nicht. Einziger Trost: Die meisten Bücher kann man hier auch als Hörbuch ausleihen.

Heute früh am Schulbus eine typische interkontinentale Szene bei aufgehender Sonne und frühlingshaften Temperaturen nach Hamburger Maßstab.
Endlich bekam ich eine Erklärung für mein Sonnenleiden. Von einem norwegischen Vater (und Soziologieprofessor, der u.a. in Rostock geforscht hat, er muss es also wissen).

Ich: „Heute ist herrliches Wetter. Es ist richtig angenehm warm.“

Türkische Mutter (seit 10 Jahren in Berkeley): „Nein! Es ist kalt. So sollte es nicht sein.“

Norwegischer Vater: „Ja, es ist schön.“

Türkische Mutter: „Das ist der längste Winter, den ich in den 10 Jahren erlebt habe. Normalerweise haben wir ab Februar solche Temperaturen wie die letzten Tage.“

Ich: „Ach, naja, ich hab ein Problem mit zu gutem Wetter. Dann kann ich nicht arbeiten. Ich muss dann draußen sein.“

Norwegischer Vater: „Verstehe ich. Das ist das nordeuropäische Trauma. Sobald die Sonne scheint, jagen die Eltern ihre Kinder raus. Sonne tanken sagen sie. Vitamin D meinen sie. Es fühlt sich wie eine Sünde an, bei gutem Wetter im Haus zu bleiben. Das ist geradezu unmoralisch.“

Ich nicke zustimmend und fühle mich in meinem Innersten verstanden. So ist es! Jetzt muss ich nur noch eine Arbeitsüberlebensstrategie entwickeln für Kalifornien. Mit der Hand schreiben? Blind tippen? Sonnenschirm aufstellen?

In Griechenland hatte ich das Problem übrigens nicht. Da saß ich eh den ganzen Tag auf dem Balkon beim Lernen 🙂

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.