Abstinenz

Bisher habe ich vor Ostern immer gefastet. Schon als Kind auf Schokolade. Später kam Alkohol dazu. Dann hab ich das mit dem Alkohol im Vikariat wieder aufgegeben. Etwas muss man ja fürs Herze tun.

Hier ist das alles ganz einfach. Alkohol ist teuer. Schokolade ist sündhaft teuer. Außerhalb von Einladungen leben wir abstinent. Trockenen Entzug nennt man sowas wohl. Zum Glück gibt’s alle 2 Wochen Abendmahl mit Wein. Leider wird hier nur getunkt…

Es ist eine riesige Umstellung und ich merke, wie sehr Alkohol und Schokolade zu meinem Sozialleben dazugehören. Ja, ich weiß, es ist eine Chance. Mir meiner relativen Abhängigkeiten bewusst zu werden. Meinen Körper zu reinigen. Meine Seele zu befreien. Mir reicht’s jetzt schon. Gott sei Dank hab ich beim Krebsessen in der Kirche, mit reichlich Wein intus, eine Packung belgischer Pralinen gewonnen. Die schnurpseln Philipp und ich jetzt genüsslich abends. Immer nur eine und die wird geteilt. Muss ja ne Weile halten.

Bei Trader Joe’s gibt es den „1-Flasche-für-$2-Wein“. An der Kasse wurde ich nach meinem Ausweis gefragt. Ich war so perplex, dass ich nachfragen musste. Hallo? Ich seh doch nicht jünger aus als 21!!!

Manchmal soll der Wein gut sein. Ist Glückssache. Einen haben wir bisher probiert (den mit dem höchsten Alkoholgehalt). Der war es nicht. Übernächste Woche bekommen wir das 1. Mal Besuch aus Deutschland (samt Koffer voll mit Zahnpasta, Zahnbürsten, Grieß, Milchreis, Trockenhefe…). Da probieren wir den nächsten.

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