Bodie: Ghost City

Auf Google maps sah es nah aus vom Zeltplatz bis zum Freilichtmuseum. In Echt entpuppte es sich als Passstraße auf bis zu 3.000 Höhe. Vorbei an alpinen Wiesen, abgebrannten Wäldern, abgeholzten Wäldern, kargem Grasland, reißenden Strömen. Zwei Stunden lang tuckerten wir die Serpentinen entlang.

„Wie lange noch“, schrie es ungeduldig aus den hinteren Reihen des Autos. „Gleich da!“, beruhigte ich die Kinder. Von der Entfernung her stimmte es. Leider handelte es sich um eine 5km lange, unbefestigte Sandstraße mit tiefen Schlaglöchern und Rillen. Ein wahres Geduldsfahren begann für mich am Steuer. Schließlich wollten wir keine Achsen brechen.

Es hat sich gelohnt. Bodie empfing uns gut gelaunt, nicht zu heiß, nicht zu kalt. Das ist hier quasi ein Wunder. Denn Bodie brät seine Besucher im Sommer gern mal bei 40 Grad und lässt sie im Winter bei minus 35 Grad erzittern.

So erging es auch den Goldsuchern um 1870. Damals herrschte hier reges Treiben. Minenarbeiter lebten hier mit ihren Familien, Kinder gingen in die Schule, Männer soffen und verspielten ihren Lohn, Frauen prostituierten sich. Einen Sheriff brauchte man nicht. Streit wurde direkt mit der Waffe „geklärt“.

Der methodistische Pastor schrieb an seine Landeskirche: „Hier gibt es meistens schon die 1. Leiche vor dem Frühstück.“ Die Männer von Bodie galten als streitsüchtig und hitzköpfig und liebten überdies den Alkohol. Entsprechend absurde Schießereien lieferten sie sich. Von einer wird berichtet: 2 Männer standen in Armlänge voneinander entfernt. Jeder schoss 8 Kugeln auf den anderen. Nur eine traf in die Herzgegend.

Es waren Verheißungen wie Bodie, die tausende Menschen nach Kalifornien zog. Verheißungen von Reichtum, die für die meisten in harter körperlicher Arbeit in der Einöde endete. Nach Bodie kommt man heute noch schlecht. Keine größere Stadt weit und breit. Stattdessen Berge und Wälder, soweit das Auge reicht. Es muss damals nicht besser gewesen sein.

Während einige der Minen Gold im Millionenwert förderten, machten kleinere Unternehmen vor allem Miese. So investierten Aktionäre $110.000 in eine Anlage, die am Ende nur $20.000 erzielte.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.