Wofuer ich gerade dankbar bin

Schlafen entsprechend meines Biorythmuses. Also von Mitternacht bis 8.00.

Das gemeinsame Fruehstueck-, Mittag- und Abendessen mit meiner Familie.

Die Nachmittage mit meinen Kindern, wenn ich fuer 2-3 Stunden das Telefon abschalte und das Leben geniesse.

Das Arbeiten im Schlafanzug.

Der freie Montag – und wir allen haben frei.

Das Liegen am sonnigen Strand mitten in der Woche.

Die vielen Telefonate mit Gemeindegliedern.

Die Begeisterung, mit der sich meine mittelalte Gemeinde (Altersdurchschnitt 70) auf Zoom-Gottesdienste und online-Treffen einlaesst.

Die Hilfsbereitschaft meiner Gemeinde: Einige Damen naehen Atemmasken fuer oertliche Krankenhaeuser, Menschen rufen einander regelmaessig an. Es wird viel gebetet.

Mit meinen Kindern Neues lernen. Das meiste sogar ohne Internet.

Beobachten, wie die Kinder immer einfallsreicher werden. Theo baut sich taeglich aus anderen Materialien Pistolen und Gewehre… naja, aber kreativ…

Nachbarschaftshilfe: eine Bekannte brachte uns selbstgemachtes Desinfektionsmittel vorbei. Eine Freundin schenkte uns eine Tuete garteneigener Zitronen.

Klopapiersolidaritaet: Als ich mich an der Kasse darueber beklage, nun schon seit 1 Woche kein Klopapier mehr zu finden in Laeden, sagt die Kundin vor mir, sie habe viel zu Hause. Ich werde wuetend und erklaere: „Wegen Leuten wie dir kann ich nun keins mehr kaufen.“ Sie erklaert, sie habe das alles schon vor Wochen gekauft, weil sie eben nur alle 6 Monate welches hole (also so wie ich). Ich entschuldige mich. Daraufhin sie: „Ach, Suesse, ich hab was im Auto. Komm mit, ich geb dir 2 Rollen.“(Also hortet sie doch :)) Und ich hab ein paar Tage mehr Zeit, um endlich welches zu kaufen.

Laengst faellige soziale Massnahmen in Kalifornien wie: Mieterschutz, sofortiges Arbeitslosengeld und Gesundheitsversicherung im Falle des Jobverlustes, die Einquartierung von Obdachlosen in billigen Hotels und der Kauf von Wohnwagen fuer Obdachlose (noch sind die meisten allerdings in ihren Zelten). Fuehlt sich fast so an, als sei Bernie Sanders schon Praesident.

Ein Schuldistrikt, der sich wirklich Gedanken um alle macht: Es gibt weiterhin kostenloses Fruehstueck und Mittagessen fuer Kinder aus armen Familien (40% der Kinder an unserer Schule). Es wurden Laptops organisiert und ausgeteilt an Familien ohne Computerzugang. Internetanbieter bieten armen Familien kostenloses Internet. Eltern spenden fuer einen Notfallfonds fuer andere Eltern. Gymnasiasten bieten kostenlose Kinderbetreuung zu Hause an fuer ausser Haus arbeitende Eltern.

Es gibt hier zwar kein verlaessliches soziales Netz. Aber die Solidaritaet ist gerade immens. Das macht unfassbar viel Mut. Wenn wir doch nur keine Notsituationen braeuchten, um uns daran zu erinnern, wie gut es tut, zu helfen.

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