Weihnachtsstimmung?

Es ist Adventszeit, nur noch 12 Tage bis Weihnachten. Normalerweise kann ich um die Zeit schon keine Weihnachtslieder mehr hören und bin völlig überzuckert und -glühweinalkoholisiert.

Dieses Jahr ist alles anders. Adventlich fühlt es sich eigentlich nur in der Kirche an. Da duftet es nach frischem Tannengrün und einem riesigen Weihnachtsbaum. Ansonsten ist alles wie immer. Nix mit amerikanischem Dekowahn in Berkeley. Zu Halloween waren die Häuser aufwendiger geschmückt als im Moment. Natürlich gibt es in San Francisco riesige Weihnachtsbäume vor dem Rathaus. Aber da waren wir noch nicht. Natürlich dudelt Weihnachtsmusik in den Läden. Aber ich geh so gut wie nie einkaufen, mal abgesehen von Lebensmitteln. Und da hält man sich mit Weihnachtsliedern zurück. Schliesslich ist ja auch Chanukka demnächst. Und da spielen Weihnachtsmann und Christkind sicher keine Rolle.

Also habe ich auf ein altbewährtes Mittel zurückgegriffen: Bachs Weihnachtsoratorium funktioniert immer. Mit den Kindern höre ich rauf und runter Weihnachtslieder auf Youtube, auch die schlimm kitschigen, weltlichen. ist schon alles egal. Hauptsache, es hilft, in Stimmung zu kommen.

Was noch? Am 1. Advent bastelten die Kinder im Kindergottesdienst Gott sei Dank Adventskränze. Amerikanisch praktisch mit Steckmasse. Eine Lichterkette fand ich auf der Strasse. Die hüllt unsere Küche nun in warmes Licht. Und heute brachte eine Nachbarin uns ihren 3-Jahre alten Plastebaum vorbei. Schon aufgebaut. Mit Lichtern. In Deutschland hätte ich mich gegruselt. Hier kostet ein mickriger 1,20m Baum schon $50. Für 2 Tage lohnt sich das nicht. Denn am 26. fliegen die Kinder und ich nach Deutschland. Echte Bäume gucken und Weihnachtsstimmung inhalieren. Ich werde mich soooo an Stolle und Marzipankartoffeln und Dominosteinen überfressen. Legt Vorräte an!

Lebkuchen gibt’s hier natürlich auch nicht. Ganz zu schweigen von Glühwein. Den setze ich übermorgen selbst an, wenn ich Nelken gekauft habe. Das Rezept dafür hat mir eine unserer Damen aus der Kirche verraten. Kosten durfte ich ihr Gebräu auch. War oberlecker! Der Trick: Wasser mit Gewürzen und Orangen und Zitronen stundenlang sieden lassen und erst zum Schluss mit Wein auffüllen.

Was mich überrascht hat: überall werden Adventskalender verkauft. In Kanada musste ich die damals noch selbst basteln. Und Trader Joe’s verkauft echte, deutsche Lebkuchenhäuser zum Selberbauen. Immerhin.

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