Schriftliche Führerscheinprüfung: Der Test

Mit einem kleinen Zettel in der Hand laufe ich einmal durch den riesigen Raum zur tatsächlichen Prüfung. 24 Schalter sind hier in 3 Kreisen angeordnet, jeweils durch halbhohe Sichtwände getrennt. Die Lautstärke ist enorm. Alle paar Minuten wird die nächste Nummer aufgerufen. Ein Held, wer sich hier konzentrieren kann.

Bevor ich den Test machen darf, muss ich zum 3. Mal meinen Daumenabdruck geben und ein Foto schießen lassen. Dann ist der Weg zum Test frei.

Auf riesigen Bildschirmen wird damit geworben, dass der Test in 52 Sprachen angeboten werde. Die Sprachen werden in ihrer Sprache aufgezählt. Statt „Deutsch“ steht da „Deutschen“. Ich probiere lieber nicht, einen Test in Google-Translate-Deutsch zu bestehen. Schon damals in Rumänien war der rumänische Test leichter als die Google-Variante.

20 Computer stehen nebeneinander. Abgetrennt durch kleine Wände. Computer 18 wird mir zugeteilt. Der Lärm der 24 Schalter dringt herüber. Konkret höre ich die Dame mit den Kunden reden, die ihren Test gerade bestanden haben oder eben nicht.

„Konzentration!“, ermahne ich mich selbst. Los geht’s. 36 Fragen sind zu beantworten. Falsche Antworten werden sofort anzeigt und korrigiert samt Seitenangabe im Autohandbuch. Die 3. Frage lese ich falsch. 1. Fehler. Der Adrenalinpegel steigt. Wie viele Fragen noch zu beantworten sind, wird nicht angezeigt. Noch eine Frage falsch beantwortet. Mist. Ich habe keine Ahnung, wie viele Fehler überhaupt erlaubt sind? Zwischendurch halte ich mir die Ohren zu und lese mir die Fragen langsam halblaut vor. Bloß nicht die Fassung verlieren. Bloß keine Lese-Flüchtigkeitsfehler.

Es kommen erstaunlich viele Fragen zum Thema „Strafen“. Die hatte ich unter „ferner liefen“ abgespeichert, also nur oberflächlich. Grundsätzlich gilt aber den USA: im Zweifel immer die höchste Strafe anklicken. Damit komme ich durch. Puh!

Anschließend heißt es wieder: Anstellen. Ich komme mir vor wie in Anekdoten aus der DDR. „Haben sie einen Führerschein aus einem anderen Staat?“ Ich frage nach, was sie genau meine. „Aus einem anderen Bundesstaat.“ Das kann ich guten Gewissens verneinen. Auf die Idee, mich nach internationalen Führerscheinen zu fragen, kommt sie nicht. Obwohl ich meinen deutschen pflichtschuldig bei der Onlineanmeldung angegeben habe.

Offiziell soll man in Kalifornien alle anderen Führerscheine abgeben, wenn man den kalifornischen bekommt. Keiner meiner deutschen Freunde hat das bisher gemacht. Aber die Geschichten, wie man es anstellt, variieren. Manche wurden aufgefordert und hatten ihn dann nicht dabei. Andere wurden nie gefragt. Und ich bin glücklicherweise an eine Frau geraten, für die Amerika die Welt ist. Glück gehabt.

Nun fehlt nur noch die Fahrprüfung. Der nächste freie Termin war in 2 1/2 Monaten… Kommen muss man im eigenen/ geliehenen Auto, begleitet von einem Fahrer mit kalifornischem Führerschein. Warum auch immer… so ist es hier.

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